Ein Baby kommt ins Haus

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Ein Baby kommt ins Haus

Beitragvon Torsten » 27. Apr 2015, 18:02

Ein Baby kommt ins Haus

Immer wieder steht man vor dem Problem: wie bereiten wir den Hund auf ein Baby vor?
In den meisten Fällen verläuft das vollkommen problemlos und der Hund akzeptiert den Neuankömmling im Nu.
Doch es gibt unter den Vierbeinern auch sehr sensible Charaktere (oder einfach Tiere, die bisher in den Familien im Mittelpunkt jeglichen Interesses standen), bei denen absehbar ist, dass ein Baby im Haus und damit weniger Zeit bzw. Aufmerksamkeit für den Hund größere Probleme bereiten könnte.
In solchen Fällen ist es erforderlich, den Hund langsam aber kontinuierlich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen.
Hier sind einige Tipps, die dabei helfen können, den Vierbeiner in Ruhe auf das Kind vorzubereiten.

1. Besorgen Sie sich eine Babypuppe, bevorzugt eine, die Babygeräusche nachahmt – oder kaufen sie sich zusätzlich eine Desensibilisierungs-CD mit Babylauten darauf.

2. Wickeln Sie die Puppe in Windeln oder Tücher ein, die nach Babylotion oder Babypuder riechen.

3. Gewöhnen Sie sich an, diese Puppe wie ein Kind im Haus herumzutragen. Reden Sie dabei mit „Babystimme“, tun Sie so, als ob Sie das „Baby“ füttern würden, halten Sie es auf dem Schoß, während Sie TV schauen. Versuchen Sie, langsam eine Routine aufzubauen und den Hund schrittweise an Ihr neues Verhalten zu gewöhnen.

4. Erlauben Sie dem Hund, an dem „Baby“ zu riechen und loben Sie positives Verhalten des Tieres. Wichtig: wenn das Kind geboren ist, nehmen Sie bitte unbedingt getragene Babysachen oder eine Windel mit zum Hund, während die Mutter und der Nachwuchs noch im Krankenhaus sind, und machen Sie ihn in Ruhe mit dem eigentlichen Geruch des Babys vertraut!


5. Gewöhnen Sie den Hund an einen Kinderwagen und gehen Sie auch ruhig mal auf Spaziergänge mit „Baby“ im Wagen und Hund angeleint daneben. Vergessen Sie niemals, den Hund für gutes Benehmen im Beisein des „Kindes“ zu loben.

6. Wenn Ihr Hund bisher auf das Sofa durfte, wäre es jetzt eventuell eine Überlegung, dieses Privileg abzubauen oder zumindest einzuschränken. Denken Sie daran, dass der Hund ansonsten unbefangen auf das Sofa springen könnte, wenn sie gerade dabei sind, das Kind zu stillen oder auch in den Schlaf zu wiegen. Er könnte es wohl kaum verstehen, wenn Sie ihm in so einem Moment plötzlich den Zugang zur Couch verweigern und würde es im schlimmsten Fall negativ mit dem Baby verknüpfen.

7. Hatte Ihr Hund bisher freien Zugang zu allen Räumen, wäre es jetzt eventuell eine Überlegung, dies einzuschränken – ein Baby wird wohl kaum ruhig in seinem Bettchen schlafen können, wenn Ihr Hund direkt daneben begeistert mit seinem Quietschtier spielt..... Wenn es Ihnen genügt, dass der Hund einfach auf Kommando das Zimmer verlässt, sollten Sie jetzt schon anfangen, dieses Signal aufzubauen. Eine Alternative, um räumliche Distanz zu schaffen, aber den Hund nicht auszugrenzen, wären Babygitter an den Türen.

8. Fangen Sie frühzeitig damit an, den Hund an Gegenstände im Haus zu gewöhnen, die die Anwesenheit eines Babys mit sich bringen – Laufstall, Bettchen, Wiege, Babyschaukel etc. Setzen Sie die Puppe in die Schaukel und stellen Sie sie an. Geben Sie dem Hund die Möglichkeit, sich in Ruhe an diese Bewegungen zu gewöhnen.

9. Spielen Sie tagtäglich die CD mit den Babylauten ab, wobei Sie die Lautstärke nach und nach erhöhen sollten. Gewöhnen Sie den Hund schrittweise an die neuen Laute, aber überstürzen Sie nichts dabei!

10.Vernachlässigen Sie auf keinen Fall die gewohnte Routine des Hundes. Er wird nach wie vor regelmäßig Auslauf benötigen. Wenn Sie es schaffen, die gewohnte Routine beizubehalten und den Hund entsprechend auszulasten, werden die durch das Baby hervorgerufenen Begleitumstände von Ihrem Vierbeiner leichter akzeptiert.

11.Wenn sie bisher die Grundausbildung des Tieres etwas vernachlässigt haben, ist es jetzt höchste Zeit, diese Versäumnisse nachzuholen. Das letzte, was Sie wollen, ist ein Hund, der an Ihnen hochspringt, wenn Sie ein Baby auf dem Arm halten, oder an der Leine zerrt, wenn sie mit dem Kinderwagen hantieren.

12.Viele Hunde reagieren sehr sensibel auf Stimmungsschwankungen Ihrer Besitzer und können sich im Laufe der Schwangerschaft entsprechend verändern. Es mag sein, dass der eine oder andere auch einen gewissen Beschützerinstinkt entwickelt, den man nicht unterschätzen sollte!

13.Denken Sie daran, dass Sie in der Aufregung der ersten Tage nach der Ankunft des Babys dem Hund vielleicht weniger Auslauf bieten können als er gewohnt ist. Sorgen Sie rechtzeitig vor, indem gute Bekannte bitten, mit dem Hund zu laufen, Kinder aus der Nachbarschaft, mit ihm Ball zu spielen etc. Gewöhnen Sie den Hund so früh wie möglich an diese kleinen Änderungen in seinem Alltag!

14.Bedenken Sie, dass es gerade zu Anfangs Zeiten geben wird, in denen das Baby vor Hunger oder vollen Windeln schreit und der Hund just in diesem Moment nach draußen muss. Es könnte einige Zeit etwas chaotisch werden...

Wenn Sie während dieser „Trockenphase“ der Gewöhnung an ein Baby feststellen, dass Ihr Hund übermäßig gestresst reagiert, der Puppe ungewohnt aggressiv begegnet oder einen übermäßigen Beschützerinstinkt entwickeln sollte, setzen Sie sich bitte UNVERZÜGLICH mit einem kompetenten Trainer in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dieser kann mit Ihnen zusammen ein Trainingsprogramm erstellen, das auf Ihre Situation und Ihre Bedürfnisse zurechtgeschnitten ist und Ihnen die Möglichkeit gibt, der Ankunft des neuen Familienmitglieds entspannt entgegenzusehen.

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